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OS/2 Warp

OS/2 Warp Merkmale von OS/2 (Operating System 2) sind vor allem die einfache und mächtige Oberfläche WPS (Workplace Shell), Stabilität und Technologievorsprung in den Anfangsjahren von OS/2. Die Oberfläche ist vollkommen objektorientiert aufgebaut.

OS/2 von IBM ist seit der Version 2.0 nicht mehr mit DOS oder Windows-Erweiterungen zu vergleichen. Diese neue Version entsprach auch einer neuen Betriebssystem Generation, die das volle Leistungspotenzial einer 32-Bit CPU nutzten konnte, entwickelt nur noch von IBM. Bis zur Version 1.3 hatte IBM mit Microsoft zusammengearbeitet. Insgesamt über 30.000 Beta Tester hatten die Vorabversion getestet. Es wurde unter dem Motto "Better DOS than DOS" verwirklicht und zur Reife gebracht. Viele DOS und Windows (3.x, Win32s) Programme werden unter OS/2 schneller ausgeführt als in der Originalumgebung.

Das Projekt Odin hat das Ziel, Win32 Programme (Windows 9x und Windows NT) nativ in OS/2 Warp auszuführen. Dies geschieht zum einen durch Konvertierung der .EXE und .DLL Dateien in das OS/2 Format oder zum anderen über Anpassung des Abbildes zur Laufzeit im Speicher wie bei OS/2 Programmen. Genauer gesagt, wird das PE (Portable Executable) Win32 binär Format in das OS/2 LX (Linear eXecutable) Format umgewandelt.

Ein besonderes Projekt ist das von Serenty Systems weiterentwickelte Betriebssystem eComStation. Das Betriebssystem OS/2 wurde abgewandelt und auf den neuesten technischen Stand gebracht, die Oberfläche wurde ebenfalls verbessert.

OS/2 Warp 4

OS/2 Warp 4 von IBM erblickte 1996 das Licht der Öffentlichkeit. Dem langlebige Support seitens des Herstellers ist es zu verdanken, dass dieses Betriebssystem auch weiterhin auf den neuesten Stand gebracht wird und auf aktuellen Computern lauffähig ist.

Bis zum Mai 2001 sind das Service Release 15 und das Device Driver Pack 2 [0] kostenlos. Damit wird die Version 4.0 (Revision 9.023) auf die Version 4.5 (Revision 14.096c_W4) gebracht. Über diesen Zeitpunkt hinaus gewährt IBM im Rahmen des kostenpflichtigen Software Abonnements neuere System Updates. Weiterhin kostenlos zu beziehen gibt es Ergänzungen und Treiber, die bessere Unterstützung für Festplatten- Controller sowie ATAPI Geräte bringen. Als unverzichtbar haben sich die Treiber von Daniela Engert [1] erwiesen, welche die IBM Standard-Treiber komplett ersetzen. Damit funktioniert dann auch der Zugriff auf grosse FAT-32 Partitionen ohne Abstürze und die Laufwerke werden im DMA Modus anstatt im deutlich langsameren PIO Modus betrieben.

Die Original Installationsmedien bestehen aus 1 x Boot- und 2 x Installations-Disketten, 1 x Betriebssystem CD-ROM mit Bonuspack, 1 x Applikation Sampler CD die eingeschränkte Testversionen enthält und 1 x Treiber CD für ältere Hardware wie ISA-Karten. Von denen braucht man aber für aktuelle PC's nur die Bootdiskette, aktuellere Installations-Disketten [2] und natürlich die Betriebssystem CD.

Durch die Updates kommen Treiber für neue Hardwaregeräte hinzu, Jahr 2000 Unterstützung, grosse Festplatten bis zu 502 GByte durch die 48-Bit LBA Adressierung (vorher maximal 4,3 bzw. 8,4 GByte), Arbeitsspeicher von mehr als 1 GByte (statt bisher 64 MByte), USB Geräte, beschleunigte Grafikanzeige und SMP Unterstützung. FAT-16 Partitionen sind auf eine Maximalgröße von 2.1 GByte begrenzt, HPFS Partitionen werden bis zu einer Größe von 64 GByte erkannt. Ein neuerer Kernel aus 11/2003 [3] und das nachrüsten des MTRR Management [4] für Intel P6 / AMD K7 CPUs ist zu empfehlen. Über das IFS wird mit einem zusätzlichen Treiber die FAT-32 Unterstützung eingebunden, das ext2fs von Linux kann ebenfalls hinzugefügt werden. Für Creative Labs Soundkarte existiert ein portierter OpenSource Treiber [6], Unterstützung für aktuelle Grafikkarten kommt von SciTech mit dem Display Doctor 7.07 in der IBM Special Edition [7]. Bei dem Grafikkartentreiber handelt es sich um eine spezielle Lite-Version die für IBM lizenziert wurde und allen OS/2 Nutzern kostenlos bereitgestellt wird. Wenn kein richtiger Treiber für die vorhandene Grafikkarte enthalten ist, wird nur ein allgemeiner Treiber verwendet der nur langsamste Standard-Grafikfunktionen zur höchsten Kompatibilität für alle unbekannte Grafikkarten bereitstellt. Wer OS/2 aber ohnehin nicht als Spiele Plattform nutzen möchte, wird keine Leistungsdefizite feststellen können. Andernfalls bleibt die kostenpflichtige und stets aktuelle Version von SciTech unverzichtbar.

Der Internetzugang wurde mit einem Standard 56K-Modem hergestellt und über Standard- AT Befehle initialisiert. Der enthaltene Webbrowser ist veraltet und sollte durch einen alternativen und aktuelleren Browser ersetzt werden. Das Surfen im Internet wird sonst durch verstümmelte Websiten vermiest, wenn die Seite denn überhaupt lädt. Wenn die Dateigröße für den Download keine Rolle spielt, bieten sich der Mozilla (ca. 14 MByte) oder Opera Browser (ca. 5 MByte) für OS/2 an.

Für die Wiedergabe von Sounddateien bietet sich der PM123 Player oder auch das MMAudio Pack an. Das Audioformat MP3 wird direkt unterstützt, Unterstützung für OGG Vorbis und FLAC ist als Plugin ebenfalls verfügbar. Videodateien im AVI und MPEG Format werden am besten mit dem Warpmedia Player abgespielt. Dieser bietet auch DivX Unterstützung, allerdings nur für das veraltete DivX Format in der Version 3.11. Eventuell existiert auch ein Codec der es ermöglicht aktuelle DivX Videos wiederzugeben.

Mit dem Odin Projekt existiert ein Win32 Emulator, der auf verschiedenem Wege die Verwendung von Windows Programmen unter OS/2 ermöglicht. Vergleichbar mit Wine unter Linux wird nur ein Bruchteil an Anwendungen für Windows unterstützt.

PC Konfiguration:OS/2 Warp Release 4.0 (Revision 9.023, Original Version 1994)OS/2 Warp Release 4.5 (Revision 14.096c_W4, inkl. Updates bis 2003)
AMD Athlon XP 2600+ ohne erweiterte Features MTRR Management wird unterstützt
1024 MByte RAM 64 MByte erkannt vollständig nutzbar
Seagate 80 GByte und 120 GByte Festplatte nicht nutzbar, PIO Modus vollständig nutzbar, DMA Modus
Geforce 4-TI-4200 Grafikkarte 640x480 mit 16 Farben bis 1600x1200 mit 16 Mill. Farben
Soundblaster 512 PCI Soundkarte nicht nutzbar vollständig nutzbar
ELSA Microlink 56K Modem vollständig nutzbar vollständig nutzbar


Installation
Durch Einsatz der neueren Setupdisketten sind grosse Festplatte nutzbar und die gewünschte Partition kann zur Installation selektiert werden. Diese muss als Startpartition (C:) ausgewählt und als Installationsziel markiert sein. Wenn man dies nicht beachtet, droht Datenverlust in der gerade aktiven Partition. OS/2 Warp 4 wird in diesem Beispiel als 3. primäre Partition mit 2,0 GB Partitionsgröße eingerichtet. Der Bootmanager wird nur in dieser installiert. Als Dateisystem sollte man unbedingt HPFS wählen, da nur damit lange Dateinamen möglich sind und sich Installationsabbrüche durch zu kurze Dateinamen vermeiden lassen.

[0] Hobbes umfangreiches OS/2 Archive hobbes.nmsu.edu, das Service und Device Driver Pack sollte von hier downgeloadet werden, da die Installation vereinfacht wurde
[1] Daniela Engert: danidasd144.zip (EIDE Treiber vom 11/2001), daniatapi0315.zip (ATAPI Treiber vom 01/2004), danis506r168.zip (Chipsatz Treiber vom 03/2004) sind alle über das Hobbes OS/2 Archive zu beziehen; den FAT-32 Treiber von fat32.netlabs.org
[2] Neuere Installationsdisketten vom 04/2002 gibt es über warpdoctor.org
[3] OS/2 Warp Kernel vom 11/2003, w41103.zip
[4] P6K7MTRR ver.0.08a vom 06/2002, p6k7mtrr_v008a.zip
[5] ext2fs Treiber von hobbes.nmsu.edu
[6] SoundBlaster Live! OS/2 Audio driver version 0.81, sbliveos2-081b.zip
[7] Grafiktreiber SciTech SNAP Graphics for OS/2, 01r1064.exe aus Hobbes OS/2 Archive oder als Testversion von scitechsoft.com

Ende des Jahres 2000 lizenzierte Serenity Systems OS/2 und verkauft die Software unter der Produktbezeichnung eComstation. Die Lizenz sieht keinen Zugriff auf den OS/2 Sourcecode vor. Das erste Release kam 2001 heraus und basierte auf dem Convenience Pak 1 ergänzt mit nützlicher Software von Drittherstellern. 24.05.2003, eComStation 1.1 Serenity Systems hat Version 1.1 der auf OS/2 4.52 basierenden eComStation veröffentlicht. Interessierte können zwischen dem Grundsystem mit wenigen Standard Programmen, oder einer Version mit zusätzlichen Programmen wählen. Optional gibt es auch ein Upgrade für SMP Support (bis 64 CPUs) und die Funktion als Server, basierend auf dem OS/2 Warp Server für e-Business. Auf NTFS Laufwerke kann jetzt mit Lesezugriff gearbeitet werden.

09.2003 Veröffentlichung der deutschsprachigen Version von eComStation 1.1, mit überarbeitetem GUI, neuen Treibern, NTFS read-only Support.

Im Dezember 2004 wurde das Betriebssystem eComstation 1.2 herausgebracht. Es adressiert jetzt bis zu 4 GByte RAM, neue Hardware wird besser Unterstützt und der Installer wurden überarbeitet. Die Anzahl der OS/2 Arbeitsplätze wurde auf 500.000 geschätzt.

IBM gab im März 2005 bekannt, den kostenpflichtigen Support des OS/2 Betriebssystems für registrierte Kunden bis zum 31.12.2006 zu gewährleisten und das der Verkauf des OS/2 Produkt zum 23.12.05 eingestellt wird. Darüber hinaus ist keine weitere Unterstützung von OS/2 geplant.

Anwendungsgebiet
- vereinzelt kleine Firmen, Endanwender
- Kommunikations- und Transaktionsserver im Banken- und Versicherungswesen
- andere bestehende Grosskunden

Strukturinformationen
- OS/2, MS-DOS und 16-Bit Windows Anwendungen
- WPS (Workplace Shell) mit mächtiger Skriptsprache
- Monolithischer Kernel
- präemptives Multi-Tasking
- 1 bis 64 CPU System
- 32-Bit Betriebssystem

Systemumgebung
- HPFS, JFS
- optimiert für Webanwendungen; mit Tools für Netzwerkmanagement
- liest FAT16 Dateisystem und mit Shareware Lösungen FAT32, VFAT, NTFS, ext2fs, HFS
- verbindet Plattformen in der Server Version

Besonderheiten
- sehr stabil, Abschirmung der einzelnen Prozesse voneinander
- austauschbare Dateisysteme durch Installable File Systems

Seite erstellt: 2004-04-03 [SB]
Letztes Update: 2008-03-03

Weblinks



Screenshots

os2 1os2 2os2 3os2 4
OS/2 LogoOS/2 Warp 3.0, WPS mit KickstartleisteWarp 3.0, DOS-Fenster in OS/2Warp 3.0, WPS
os2 5os2 6os2 7os2 8
Warp 3.0, DesktopeinstellungenWarp 3.0, OS/2 SystemkonfigurationWarp 3.0, DateimanagerWarp 3.0, Datenträger Optionen
os2 9os2 10os2 11os2 12
Warp 3.0, wahlweise ist HPFS oder FAT16 als Dateisystem einer Partition möglichArchitektur OS/2 3.0OS/2 Warp 4 - SoftwareverwaltungWarp 4 - config.sys mit eingebundenen DMA und FAT32 Treiber
os2 13os2 14os2 15os2 16
Warp 4 - Anzeige der Systemressourcen, Hardware und KommandozeileWarp 4 - aufgeklapptes Programm/Verzeichnis MenüWarp 4 - Dateimanager und LaufwerksübersichtWarp 4 - AudioPlayer spielt MP3 Dateien ab
os2 17os2 18os2 19os2 20
Warp 4 - mit Odin lassen sich Windows 32-Bit Anwendungen unter OS/2 einsetzen (WinRAR, IrfanView)Warp 4 - Verbindung mit dem Internet, IBM WebExplorerWarp 4 - Lernprogramm über OS/2 WarpeComStation Logo
os2 21os2 22os2 23os2 24
eCs 1.13 - (inkl. Updates)eCs 1.13 - (inkl. Updates)eCs 1.13 - (inkl. Updates)eCs 1.2 LiveCD - Arbeitsoberfläche mit Hilfe Fenster
os2 25os2 26os2 27os2 28
eCs 1.2 LiveCD - Flash AnimationeCs 1.2 LiveCD - Workplaceshell mit MenüeCs 1.2 LiveCD - System- konfigurationeCs 1.2 LiveCD - Laufwerk und Dateimanager
os2 29os2 30os2 31os2 32
eCs 1.2 LiveCD - Firefox BrowsereCs 1.2 LiveCD - Serenity Systems WebsiteeCs 1.2 LiveCD - Programm- verzeichnisseeCs 1.2 LiveCD - Befehlszeile mit Version
os2 33
eCs 1.2 LiveCD - Beenden




Versionen

DatumVersion
1987OS/2 1.0 16-Bit
1988OS/2 1.1 16-Bit, mit grafischer Benutzeroberfläche Presentation Manager (PM)
1989OS/2 1.2 16-Bit erstmals HPFS im Einsatz verbesserter Presentations Manager
1991OS/2 1.3 16-Bit
1992 MärzOS/2 2.0 neu konzipiert, Presentation Manager optimiert, geschützter Speicherbereich, bis zu 240 gleichzeitige DOS-Sessions möglich, 32-Bit, hohe Kompatibilität zu OS/2 1.x Anwendungen, DOS 2.x - 5.x, Windows 2.x - 3.x, "Cut&Paste", neue Workplace Shell (WPS), unterstützt LAN Server 2.0, Extended Services 2.0
1994 Jan.OS/2 2.1 Grafiksubsystem optimiert, Duale DOS-Sessions, unterstützt APM und PCMCIA
1994 Okt.OS/2 Warp 3.0 netzwerkfähig, P2P
1996OS/2 Warp Server Kombination aus Warp 3.0 und IBM's LAN Server 4.0, Serverdienste, remote Zugriff
1996 Okt.OS/2 Warp 4.0 (merlin) Integration des Pentium III Befehlssatzes, verbessertes Plug&Play sowie Multimedia, enthält Java und VoiceType Technologie, universeller Netzwerk Client
1999OS/2 Warp 4.5, bootfähige CD-ROM, neuer 32-bit TCP/IP stack, JFS
2000Version 4.51 völlig verbesserte und überarbeitete Version 4, "Convenience Pak 1"
2002Version 4.52, "Convenience Pak 2", neue Funktionen und Bugfixes
1999Warp Server 4.5 (Aurora) für E-Business Netfinity Manager, Java 1.1.6 JDK, neuer 32-Bit Kernel, SMP für bis zu 64 CPUs, JFS (64 bit Journaling File System), optimiertes TCP/IP Protokoll



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